#64 Würdest du so mit deiner besten Freundin reden?
Shownotes
🎙️ #64 - Warum dein innerer Kritiker so laut ist – und wie Selbstmitgefühl dich resilienter macht. Mit einer 60-Sekunden-Übung zum Sofort-Anwenden.
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00:00:00: So, es ist mal wieder so weit.
00:00:01: Schön, dass du wieder mit einschaltest!
00:00:03: Wir werden uns heute um deine mentaler Gesundheit kümmern und heute mit einem Thema das wichtig ist... ...und das glaube ich viele viele betrifft.
00:00:15: Ich möchte die Folge bei einer kleinen gedankten Reise beginnen.
00:00:18: Stell dir vor eine gute Freundin von dir ruft dich an und ist völlig nirgeschlagen.
00:00:24: Sie hat bei der Arbeit irgendeinen kolossalen Fehler gemacht.
00:00:27: Der Chef war total enttäuscht möglicherweise geduldige Konsequenzen und sie weiß einfach nicht weiter.
00:00:33: Sie ist aufgelöst, sie weint es kaum noch zu beruhigen und es wirklich am Ende.
00:00:43: Und die spannende Frage ist jetzt wie reagierst du?
00:00:47: Was sagst Du ihr?
00:00:50: Wahrscheinlich sagst du ihr sowas wie hey das kann passieren.
00:00:56: ich weiß dass du immer dein bestes gibst.
00:00:58: Ja, jetzt ist es halt mal schief gelaufen.
00:00:59: Aber hey, sei nicht so streng mit dir!
00:01:01: Das war einfach mal ein Fehler und du wirst sehen morgen geht die Sonne wieder auf den Chef wird ihr vergeben Und das wird alles wieder gut.
00:01:10: Also so könntest Du vielleicht reagieren Wahrscheinlich sogar.
00:01:14: Na, klärt mir ein bisschen anderen Worten aber so in der Art glaube ich würdest Du wahrscheinlich versuchen deine Freundin zu trösten, zu supporten, zu unterstützen.
00:01:26: Jetzt die entscheidende Frage Was würdest du dir selbst sagen, wenn dir sowas passieren würde?
00:01:34: Wenn du ehrlich bist.
00:01:36: Das wärst du höchstwahrscheinlich nicht ganz so verständungsvoll mit dir selbst.
00:01:42: und genau darum geht es heute um Selbstmitgefühl.
00:01:47: also was ist selbst mit gefühlen was ist es nicht Und warum ist es vielleicht das mächtigste Werkzeug für deine mentale Gesundheit?
00:01:57: diese Fragen werden wir versuchen heute zu beantworten Und ich würde sagen, wir leben gleich mal los.
00:02:04: Also die meisten von uns haben ja so eine innere Stimme, die ziemlich ziemlich streng ist.
00:02:10: Ja?
00:02:10: So diesen sogenannten inneren Kritiker.
00:02:13: und wenn du wirklich total im Bock misst gebaut hast dann sagst du Sachen wie oh Mann Alex!
00:02:19: Wie konntest du nur so blöd sein?
00:02:21: Du bist einfach so bescheuert hättest du mal früher angefangen.
00:02:26: Hättest nicht in dieses Schlamassel reingeritten Die anderen hätten das viel, viel besser gemacht.
00:02:30: Du bist halt einfach so ein Vollidiot und immer immer immer machst du das so blöd oder so ähnlich.
00:02:38: Also ihr musst gestehen ich kenne das von mir schon auch.
00:02:42: Ja wenn ich irgendwas mache wo eigentlich ziemlich klar ist dass der schief gehen wird Und ich habe es davor schon kommen sehen dann bin ich einfach zu faul.
00:02:48: Ich konnte mich nicht aufrafen.
00:02:50: Dann schimpfe ich mich Zum Beispiel wenn ich ähm... Ich bin doch jemand.
00:02:54: ich mach gerne vieles aus dem letzten Drucker.
00:02:56: Ja, soweit Seminaren zum Beispiel.
00:02:57: Dann kann das schon passieren dass ich am Abend davor noch da sitze und eine Nachtschicht einlege um diese blöden Folien in sich fertig zu kriegen, damit es auch wirklich alles Hand und Fuß hat.
00:03:05: Und dann schimpfte ich mich manchmal immer so, Alex hättest du das nicht irgendwie drei Wochen früher machen können?
00:03:11: Hätte ich jetzt hier in Ruhe Fußball schauen können oder in Ruher mein Buch lesen können?
00:03:15: Nein, dessen hocke ich hier bis um elf Uhr abends im Bastel an meinen Slides.
00:03:19: Blöd!
00:03:21: Und... Diese Stimme ist bei mir oft so ein Automatismus die kommt einfach so Und ich glaube, viele von uns kennen diese Stimme.
00:03:29: Die ist auch nicht nur schlecht muss man auch dazu sagen.
00:03:32: Diese Stimme ist in vielen Bereichen hilfreich.
00:03:34: sie treibt uns an Sie hält uns auf Kurs und sie sorgt auch dafür dass wir uns verbessern.
00:03:40: zumindest denken wir das aber die Forschung sieht das anders.
00:03:47: also es gibt Studien die zeigen dass Menschen mit einem starken inneren Kritiker nicht leistungsfähiger sind.
00:03:53: sie sind ihr ängstlicher Hier weniger resilient und auch wichtig, sie erholen sich langsamer von rückschlägen.
00:04:02: Also wenn man das auf einen einfachen Punkt reduzieren möchte dann könnte man sagen der innere Kritiker schützt uns nicht vor Fehlern, er macht uns nur einfach kleiner!
00:04:15: Es ist eigentlich auch logisch, keiner von uns möchte doch so beschimpft werden wie wir uns manchmal selber beschimpfen.
00:04:22: Warum?
00:04:22: Weil wenn wir beschimpft werden, fühlt sich das einfach nicht gut an.
00:04:25: Und es ist völlig wucht um wir selber machen oder ob dass jemand anders macht.
00:04:30: und trotzdem viele Menschen schaffen es nicht freundlich zu sich zu sein.
00:04:35: manche fürchten sich sogar geradezu davor freundliche zu sich Zu sein.
00:04:40: würde ich ja verweichlichen oft so ein bisschen die Aussage Oder dann kann ich meine Leistung nicht mehr bringen.
00:04:45: aber wer mir gerade gelernt Das ist ja alles gar nicht der Fall.
00:04:49: So, was ist jetzt eigentlich Selbstmitgefühl?
00:04:51: Also es gibt eine Forscherin.
00:04:53: Sie heißt Dr.
00:04:54: Christine Neff und die hat schon seit über zwanzig Jahren sich mit dem Thema Selbstmit-Gefühlen wissenschaftlich befasst um.
00:05:01: sie hat drei Faktoren gefunden, die zusammengehören und gemeinsam eben das Konzept des Selbstmit Gefühls herstellen.
00:05:11: Und sie hat gesagt Punkt Nummer eins heißt Freundlichkeit sich selbst gegenüber.
00:05:15: also statt harter Selbstkritik Begegen sie doch bitte mit Wärme, die man an der guten Freundin zeigen wird.
00:05:23: Das bedeutet nicht dass du Feder ignorierst sondern das du sie dir ohne Vorverurteilung anschaust.
00:05:31: Der zweite Punkt den Sie gefunden hat ist die gemeinsame Menschlichkeit und das ist ja Teil den viele unterschätzen.
00:05:37: wenn wir leiden oder in der Scheitern fühlen wir uns oft isoliert als wäre mir die einzigen denen genau dieses blöre Missgeschick passiert.
00:05:45: es.
00:05:46: Aber selbst mit Gefühle erinnert uns, Unvollkommenheit ist keine verlümliche Schwäche.
00:05:51: Sie ist menschlich!
00:05:52: Jeder kennt dieses Gefühl.
00:05:53: Also nicht nur du hast diesen Bock jetzt gemacht sondern wahrscheinlich vor dir schon hunderttausend andere Menschen und jeder von diesen anderen hundert tausend anderen Menschen hat danach irgendwie weiterleben können.
00:06:08: Und den dritten Faktor, den Christine Neff heraus destilliert hatte mehr oder weniger das ist der Faktore der Achtsamkeit.
00:06:16: Und zwar meint sie, man sollte weder dramatisieren noch verdrängen.
00:06:22: Sondern den schmerzhaften Moment ganz klar wahrnehmen ohne in den drin zu versinken.
00:06:27: Das ist die riesengroße Kunst an dieser Stelle.
00:06:31: Also der Unterschied zwischen ich habe einen Fehler gemacht und ich bin ein Versager.
00:06:36: Ich hab' einen Fehler gemacht das mischt jeden wieder macht Fehler!
00:06:39: Das Leben besteht aus Fehlern.
00:06:40: so ist es halt normal aber deswegen bist du noch lange kein Versager.
00:06:43: Und das ist ein ganz, ganz großer und ganz wichtiger Unterschied.
00:06:47: Diese drei Dinge zusammen – also Freundlichkeit, gemeinsame Menschlichkeit und Achtsamkeit – dass es also das was uns in schwierigen Momenten stabil hält!
00:06:58: Und jetzt möchte ich dir ein paar Techniken zeigen die du anwenden kannst wenn du so bisschen dazu neigst zu hart zu dir zu sein und wenn du auch vielleicht gerade dir gedacht hast hey dieses Konzept vom Selbstmitgefühl klingt für mich überaus stimmig.
00:07:15: Das möchte ich ein bisschen fördern, das möchte ich etwas größer in mir drin machen.
00:07:21: Also eine konkrete Übung wäre zum Beispiel die sogenannte Selbstmit-Gefühlspause und du kannst überall anwenden egal wann nach einem schwierigen Gespräch oder Fehler in einem Moment der Erschöpfung.
00:07:37: Sie dauert nur ungefähr sechs Sekunden und ich mache es jetzt mal mit dir gemeinsam.
00:07:43: also Schritt Nummer eins, lege eine Hand auf dein Herz oder auch auf deinen Bauch was dir einfach stimmiger erscheint.
00:07:49: Dieser physische Kontakt aktiviert nämlich das parasumpatische Nervensystem also er signalisiert einfach Sicherheit.
00:07:58: dann im zweiten Schritt sagst du die innerlich oder vielleicht sogar leise diese folgenden drei Sätze Das ist gerade ein schwieriger Moment.
00:08:09: das ist Erachtung kalt.
00:08:11: Du erkennst den Schmerz an ohne ihn wegzuschieben.
00:08:15: Zweiter Satz, schwieriger Moment.
00:08:17: der Gehirn zum Leben dazu.
00:08:19: Das ist die gemeinsame Menschlichkeit!
00:08:21: Du bist damit nicht allein.
00:08:23: und drittens darf ich in diesem Moment freundlich zu mir sein.
00:08:29: Was ist die Selbstfreundlichkeit?
00:08:30: Nun gibt es dir also quasi die Erlaubnis ob du das so sein darfst.
00:08:34: Ich hol noch mal... Das ist gerade ein schwieriger moment und schwierige Moment.
00:08:39: der gehören zum Leben dazu.
00:08:42: Darf ich in diesen Moment freunlich zu mehr selbst
00:08:45: sein?!
00:08:47: Genauso könnte eine kleine, ein kleiner innerer Dialog oder Monolog ausschauen.
00:08:56: Und das war es schon!
00:08:57: Sechszig Sekunden und ja am Anfang fühlt sich das ein bisschen seltsam an.
00:09:04: Ja, das ist auch völlig normal.
00:09:06: Die meisten vor uns sind einfach nicht gewohnt so auf diese Art und Weise mit sich selbst zu sprechen.
00:09:14: Wie könnt ihr das konkret ausschaut?
00:09:15: Also stell dir vor du hast einen Meeting Und hast irgendwie eine wichtige Information falsch präsentiert.
00:09:23: Dein Chef hat dich vor Versammelter Mannschaft korrigiert, alle haben gehört!
00:09:26: Was dein Chef gesagt hat?
00:09:27: Alle haben ihn bekommen und du hast das verbaut.
00:09:30: Die alte Reaktion wäre jetzt... Du wirst rot, ziehst dich dann nicht zurück, grübelst den ganzen Tag, schämst dich, schläfst schlecht.. Das geht dir im Kopf rum und du kriegst es einfach nicht mehr raus.
00:09:43: Du könntest aber stattdessen auch sagen okay, dass ist gerade unangenehm Oder, dass es gerade unangenehm gewesen ist.
00:09:51: Das darf ich spüren!
00:09:53: Dann... Jeden Passieren Fehler ein wenigstens.
00:09:56: Das macht mich nicht inkompetent.
00:09:58: und drittens was brauche ich jetzt?
00:10:00: Vielleicht kurz durchatmen und dann könnte ich klären das sich beim nächsten mal anders mache.
00:10:07: Was wäre diese selbst mit Gefühlspause von der wir vorhin gesprochen haben?
00:10:11: Es heißt also du... Du druckst es nicht weh Ja, du dramatisierst es aber auch nicht.
00:10:16: Stattdessen ja schaust du es dir ganz Neutral an, ordnest das ein und gehst dann wieder weiter.
00:10:25: Wenn du magst kannst du für diese Woche eine kleine Mini-Challenge machen.
00:10:30: Die ist aber nicht ganz leicht!
00:10:32: Aber vielleicht magst du ja Herausforderungen?
00:10:34: Dann ist es vielleicht genau dein Ding.
00:10:36: also folgende kleine Challenge Beobachte in den nächsten sieben Tagen wann dein innerer Kritiker laut wird und zwar nicht um ihn zu bekämpfen sondern Nur, um ihn zu bemerken.
00:10:51: Und mindestens einmal pro Tag lege eine Hand aus dein Herz und spreche die drei Sätze der Selbstmitgefühlspause.
00:10:59: Ich wiederhole sie nochmal damit du sie dir auch gut merken kannst... Also das ist gerade ein schwieriger Moment!
00:11:08: Und schwierige Momente gehören zum Leben dazu.
00:11:12: Darf ich in diesem Moment freundlich zu mir sein?
00:11:15: Und es ist völlig egal wann du das machst.
00:11:18: Wochen's beim Kaffee nach einem schwierigen Gespräch, abends vor dem Schlafen gehen.
00:11:22: Wann immer es für dich passt!
00:11:26: Und du bist zehn Stück für Stück und wenn du freundlich zu dir bist, wenn die liebevoll zu dir ist wird sich etwas verändern.
00:11:34: Übrigens Dr.
00:11:35: Kristinef also du erinnerst dich das ist diese Forscherin der schon seit über zwanzig Jahren daran vorstanden sind ein Selbstmündgefühlsthema.
00:11:42: Die hat herausgefunden, dass selbst Gefühl das emotionalen Wohlbefinden und die emotionale Wiederstandskraft stärkt.
00:11:48: Dass Leute, die das tagtäglich praktizieren, dass sie deutlich weniger ängstlich und depressiv sind... ...und dass sie konstruktiver mit unangenehmen Emotionen, Schwächen und Misserfolgen umgehen können.
00:12:02: Das heißt also sich selbst zu lieben, sich selbst mit Mitgefühl zu begegnen ist eine Megatechnik!
00:12:09: Wenn Sie gerne haben und was mich wissen Wie es wirklich war.
00:12:14: Viel Spaß beim Umsetzen und bis zum nächsten Mal!
00:12:18: Ciao, ciao.
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