#69 Du weißt, dass du etwas ändern müsstest – und tust es trotzdem nicht

Shownotes

🎙️ #69 - Du weißt, dass sich etwas ändern müsste – und tust es trotzdem nicht. Diese Episode erklärt, warum das kein Versagen ist, sondern Biologie. Und wie du trotzdem ins Handeln kommst.

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00:00:03: So, herzlich willkommen bei zehn Minuten für deine mentale Gesundheit deinem Podcast.

00:00:08: Für Weiterentwicklung für Gesundheit für einfach nur den nächsten Schritt machen.

00:00:15: und heute geht es um etwas das glaube ich jeder von uns kennt also so ein Gefühl wo du merkst Es gibt da etwas in deinem Leben dass sich dringend dringende verändern müsste.

00:00:30: Na wer ist der Job?

00:00:32: der dich schon seit Monaten irgendwie nicht mehr zufrieden stellt.

00:00:35: Wird das eine Beziehung, die dich vielleicht mehr Energie kostet als dir gibt?

00:00:41: Oder fällt es auf diese Idee, die du schon seit Jahren mit dir rumträgst aber die du nie beginnst und anfängst?

00:00:48: Du weißt dass es da was gibt!

00:00:49: Du weisst dass es so ein komisches Gefühl in dir gibt Und trotzdem tuest es einfach nicht.

00:00:56: Bei mir war das damals während meiner Zeiten der Klinik so Dass ich mir dachte Mensch Alex eigentlich Eigentlich hast du dieses Klinikleben hier schon durchgespielt.

00:01:06: Du weißt, wie das funktioniert?

00:01:08: Du weisst da gibt es eine Aufnahme, da gibt's ein Therapie, da gibts ne Entlassung und du weißt es gibt tausend und endlich viele Meetings!

00:01:14: Du weisst, du musst manchmal Fortbildungen und Vorträge halten.

00:01:17: Du weiß eigentlich alles über dieses Klingel geben.

00:01:20: Eigentlich wärs doch an der Zeit dass du jetzt mal raus in die Weite Welt gehst ja, die selbstständig machst, dein eigener Laden eröffnest, deine eigene Praxis aufmast und so weiter.

00:01:29: sofort Und das wusste ich.

00:01:31: Das war mir total klar, dass das eigentlich der logische nächste Schritt ist und ich habe es nicht gemacht!

00:01:36: Ich hab's nicht gemacht weil ich mir wieder gesagt habe Mensch... Es ist eigentlich so nett mit den Leuten hier.

00:01:42: So ein tolles Team finde ich wahrscheinlich nie wieder und so einen coolen Chef wahrscheinlich auch nie wieder.

00:01:48: Und außerdem ist die Klinik echt schön.

00:01:50: Hier liegt direkt im Stammbägersee Hat so nen Park ähnlichen Garten Boah, ist das einfach so nett hier.

00:01:58: Nee, nee, nee!

00:02:00: Lieber geh ich da nicht weg.

00:02:01: Also so hab' ich damals gedacht und es hat mich innerlich teilweise zerrissen... Ja, wobei zerrissen ist ein falscher Board?

00:02:06: Es hat mich hin- und hergerissen.

00:02:09: Aber meistens hat dann die Seite gewonnen wie gesagt, ne jetzt komm bleib noch ein bisschen da.

00:02:13: du kannst dich ja mal mit einem oder zwei Tagen selbstständig machen aber nicht so richtig auf einen Schlag.

00:02:17: Das ist vielleicht zu gefährdig.

00:02:19: Ich habe mich doch irgendwann selbstständigt gemacht.

00:02:23: Das lief so, dass die Klinik zugemacht hat und dann blieb mir quasi gar nichts anderes übrig.

00:02:28: Also das war quasi mein Schubs in die große weite Welt den ich eigentlich viel früher hätte machen sollen rückblickt.

00:02:37: aber gut es ist wie's ist ja das auch kein Versagen.

00:02:40: das is nämlich nur Biologie.

00:02:44: Und warum das so ist?

00:02:45: Das werde ich dir heute in dieser Podcast Folge erzähl.

00:02:50: Es gibt zwei Psychologen, die haben in den siebziger Jahren etwas entdeckt das bis heute eines der robustesten Ergebnisse der Verhaltesforschung ist.

00:02:59: Zwar Daniel Karnemann und Amos Tversky haben gezeigt dass Verluste psychologisch etwa doppelt so schwer wiegen wie gleich große Gewinne.

00:03:09: also ganz konkret hundert Euro zu verlieren fühlt sich ungefähr doppelt zur schlimm an wie wenn du hundert euro auf der Straße findest und quasi gewinnst.

00:03:18: Diese Effekt dennten sie Loss aversion, also eine Aversion gegen das Verlieren gegen den Verlust.

00:03:26: Und dieses Phänomen erklärt sehr viel darüber warum wir uns einfach nicht verändern wollen denn wenn du dein Leben verändert dann verlässt du etwas Bekanntes logisch auch wenn dieses Bekannte dich vielleicht umgeglich gemacht hat.

00:03:44: es fühlt sich an etwas sehr vertrautern.

00:03:46: sehr sicher.

00:03:46: Ja, du weißt was Du hast.

00:03:49: Und bei dem anderen weißt Du halt nicht, was Du bekommen wirst.

00:03:52: Das ist ein Risiko!

00:03:54: Wir Deutschen kennen das übrigens auch.

00:03:56: Lieber den Spaß in der Hand als die Taube auf dem Dach.

00:03:59: Lieb über kein Risiko eingehen, lieber auf der sicheren Seite stehen... Das habe ich übrigens ganz oft bei mir und meiner Familie gelernt.

00:04:06: Ich komme aus einer Beamtenfamilie.

00:04:07: Da geht man auf Nummer sicher.

00:04:10: Logisch So, es heißt aus gibt diese Loss Aversion von der ich gerade gesprochen habe.

00:04:14: und da gibt noch einen zweiten Mechanismus nämlich den sogenannten Status quo Bias.

00:04:21: Den haben zwar andere Psychologen erfunden hätte ich jetzt was gesagt also erforscht und die haben gezeigt wir bevorzugen systematisch den aktuellen Zustand Einfach nur, weil er der aktuelle Zustand ist.

00:04:34: Nicht weil er besonders gut ist oder besonders schlecht ist oder besonderes Aufregendes.

00:04:37: Nein!

00:04:38: Weil er gerade da ist.

00:04:40: und irgendwie haben wir uns drin so ein Art Überlebensmechanismus, einen Art überlebensgedanken, deren sagt hey das was grade isst die bestmögliche Version bitte bleib dabei auch wenn es vielleicht gar nicht stimmt.

00:04:52: Das heißt also sein Gehirn interpretiert Veränderungen immer als Risiko und Risiko als eine Art potenzielle Bedrohung.

00:05:02: Und der Steinzeitmensch, der in uns ja immer noch irgendwie aktiv ist.

00:05:06: Der will vor allem eines nämlich Risiko minimieren und nicht sich selbst optimieren.

00:05:13: Gott sei Dank leben wir nicht mehr in der Stein Zeit!

00:05:16: Gott sei dank.

00:05:16: das heißt aber auch dass dieser uralte Mechanismus aktuell gar nicht mehr so wahnsinnig hilfreich ist.

00:05:23: Und hier wird es interessant und vielleicht auch ein kleines bisschen unbequen denn die Komfortzone wo es uns gut geht.

00:05:32: Das ist ein Trugschluss!

00:05:34: Die Komfortzone ist da, wo er uns vertraut geht und das ist ein ganz feiner aber sehr entscheidender Unterschied.

00:05:43: Also wir können zum Beispiel in einer Situation feststecken die uns erschöpft, die uns unglücklich macht oder die uns jahrelang Energie kostet und trotzdem gehen wir nicht raus weil das unsere Komfortzone ist.

00:05:53: Wir stecken in der Beziehung unserer Partner.

00:05:56: unser Partner uns schlecht behandelt Wo ich unglücklich bin, wo ich vielleicht schon in der Depression entwickelt habe und trotzdem bleibe ich da.

00:06:04: Weil sich aus dieser Beziehung zu lösen ein Risiko wäre.

00:06:08: Unser Urzeitgehirn sagt nein, bleibt lieber da weil alleine sein, wer weiß was dort passiert?

00:06:15: Das Neue hingegen das ist immer ein weißes Blatt Papier.

00:06:20: Ein weißes blad Papier kann alles bedeuten auch Scheiter, auch Enttäuschungen.

00:06:26: Auch es war doch nicht das was ich wollte.

00:06:30: Und weißt du, was mich an diesem Mechanismus eigentlich am meisten fasziniert?

00:06:35: Er schützt uns ursprünglich.

00:06:37: Ja er hat uns also uns den Homo sapiens das überleben gesichert in einer Welt in der eine falsche Entscheidung bedeutet... Du stirbst!

00:06:47: Damals in der Steinzeit hieß eine falscher Entscheidung unter Umständen ich bin tot und das wollten wir überhaupt nicht logisch.

00:06:56: Also hat uns das geholfen.

00:06:58: Aber wie schon gesagt, wir leben nicht mehr in dieser Welt.

00:07:00: Der Preis des falschen Jobs kostet dich nicht das Leben!

00:07:04: Ganz wichtig der Preis des neuen Jobs, den kennst du auch noch gar nicht und genau das macht ihr halt manchmal auch so ein bisschen beängstigend.

00:07:13: Die Ironie an der ganzen Geschichte ist dass Festheiten am Bekannten fühlt sich die Sicherheit an aber es hat auch einen Preis und zwar dem Preis der verpassten Möglichkeiten Den Preis der stillen Frustration, den Preis der Frage die irgendwann kommt.

00:07:33: was wäre gewesen wenn ich damals Mut gehabt hätte?

00:07:38: und da muss die Entscheidung getroffen hätte?

00:07:39: hey!

00:07:40: Ich werde Rockstar.

00:07:42: Ich verfolge den Weg als Profifußballer oder ich mach mein Traum wahr und eröffne eine Bar auf Jamaika.

00:07:51: Was wäre dann gewesen?

00:07:52: Ja das werden wir rausfinden weil wir haben es nicht gemacht.

00:07:55: Wir hatten einfach zu viel Angst.

00:07:58: Und in dieser Podcast-Folge gibt es jetzt noch drei Hacks, die dir helfen können so ein bisschen diese Angst zur Veränderung zu überwinden.

00:08:09: Der erste Hack den ich habe lautet der zehnzehnzehntest und der klingt ein bisschen komisch ist aber sehr eingängig und er ist auch relativ simpel und zwar stellt ihr deine Entscheidung vor nämlich die Veränderungen die du aktuell gerade noch vermeidest.

00:08:25: also angenommen Spekulierst oder liebt euch jetzt gerade so ein bisschen damit.

00:08:30: Dein Job zu verlassen und vielleicht was völlig anderes zu machen, ja?

00:08:33: Vielleicht wirklich sagst du hey ich möchte freischaffender Schriftsteller werden.

00:08:39: Möchtest du mich selbst nicht machen?

00:08:40: Ich möchte auch eine kleine Insel in der Südsee gehen mit dort einer Holzhütte kaufen und einfach nur Bücher schreiben.

00:08:47: aber ah!

00:08:47: Ich weiß nicht ob ich das machen soll.

00:08:50: Dann stell dir folgende drei Fragen.

00:08:53: dann stell dir Folgende drei fragen wie fühlt sich dass In zehn Minuten an, wenn ich es tue.

00:09:02: Ich fühlte sich in zehn Monaten an... ...wenn ich das schon längst getan habe.

00:09:07: und wie fühlt es sich in zehn Jahren an?

00:09:11: Wenn ich darauf zurückblicke!

00:09:14: Diesen Test hat eine Journalistin entwickelt.

00:09:16: und dass Cola diesen Test ist oder dieser Übung sie schafft emotionale Distanz.

00:09:23: Also diese Übung holt dich aus der Panik des hier-und jetzt raus wo alle Alarmglocken schreien, das kann ich nicht machen.

00:09:34: Und dieser Test erinnert sich daran dass dein zukünftiges Ich von dieser Entscheidung enorm profitieren wird auch wenn ein heutiges Ich gerade ganz schön die Hosen voll hat.

00:09:45: Du wachst also quasi eine sprungliche Zukunft und blickst von der Zukunft zurück auf diese Entscheidung und du wirst feststellen es ist gar nicht so wild.

00:09:55: Also wenn ich jetzt mit von der klinik selbst schon gemacht das war zwei tausend sechzehn.

00:10:00: also wenn ich jetzt tatsächlich genau zehn jahre zurückblicke muss ich sagen es war die beste entscheidung beruflich überhaupt hätte dass viel früher machen müssen.

00:10:08: ich bin frei kann machen was ich will.

00:10:10: Ich muss mich nicht mehr wenn urlaubszeit ist um die besten urlabsplätze prügeln weil ich einfach sagen kann ich nehme frei, das ist mega.

00:10:19: und wie gesagt nach zehn jahren muss ich sage best decision ever.

00:10:26: so hergnummer zwei macht die angst konkret.

00:10:30: Also, die mächtigste Angst ist ja immer die Waageangst, die Angst, die man nicht so wirklich greifen kann.

00:10:37: So ein bisschen diffus es und deswegen der Trick mach sie konkret.

00:10:41: also setz dich hin und schreib auf, ne?

00:10:44: Schreib auf was is das schlimmste dass passieren kann?

00:10:48: Dann wie wahrscheinlich ist das?

00:10:52: Wie realistisch ist das im prozent?

00:10:55: Und auch solltest du tun wenn dieses schlimmste tatsächlich passieren würde.

00:11:02: Du wirst merken, das Schlimmste ist meistens ganz gut händelbar und die Wahrscheinlichkeit dafür ist auch eher gering.

00:11:11: meistens.

00:11:12: also wenn ich mir vorstelle damals als sich aus der klinik raus bin in die weite welt was war das schlimmste was wir hätte passieren können?

00:11:19: dass ich irgendwie keine klienten kriege bei dem mich alle doofen so.

00:11:23: ich wusste.

00:11:23: nun aber eigentlich mache ich meinen job relativ gut Ganz bescheiden und deswegen war das gar nicht so wahrscheinlich, dass da keiner zu mir kommt im Gegenteil.

00:11:32: Ich habe damals viele Patienten auf der Klinik mitgenommen die mich weiter empfohlen und im Grunde ist es so, dass heutzutage ich eigentlich fast immer ausgebucht bin.

00:11:44: So Hack Nummer drei!

00:11:46: Da geht es um Mikro Commitments oder Micro Commitements auf Englisch.

00:11:52: also du musst nicht das ganze Leben auf einmal ändern.

00:11:54: Das finde ich ganz wichtig.

00:11:55: Also viele sagen ja Wenn du vor etwas Angst hast, dann musst du genau rein in die Angst.

00:12:00: Also wenn du Angst hast zu tauchen, da musst du ganz tief tauchen!

00:12:04: Wenn Du Angst hast vom Zehmetabrett zu springen, dann muss du vom Zwanzigmeterbrett springen und so weiter und sofort.

00:12:09: Und das ist Quatsch!

00:12:10: Du musst das nicht machen.

00:12:12: Es reicht, wenn du den kleinsten möglichen nächsten Schritt machst.

00:12:16: Also nicht ich kündige hier heute sofort sondern hey Ich schreib mal meinen Lebenslauf und bring ihn mal auf den neuesten Stadt Oder nicht, ich beende meine Beziehung die nun schon seit fünfzehn Jahren geht.

00:12:29: Sondern ich sage einfach hey!

00:12:31: Ich melde mich heute mal bei den Therapeuten oder bei dem Paartherapeuten und mache da einen nächsten Schritt und versuche herauszufinden ob diese Beziehungen wirklich total verkorkst ist oder ob man sie vielleicht doch mal retten kann.

00:12:44: Also... Diese Micro Commitments erzeugen eine gewisse Energie ein gewisses Momentum und dieses Momentum wiederum verändert Gehirn.

00:12:56: Das heißt also nutze kleine Schritte um wirklich, wirklich Veränderung anzustoßen.

00:13:02: Aber du musst diese Veränderungen nicht sofort hundert Prozent durchziehen.

00:13:05: Du musst nur den ersten Schritt machen!

00:13:08: So das waren die drei Hacks falls du auch manchmal Angst hast Dinge zu verändern oder dir nicht ganz sicher bist ob es wirklich das Richtige ist wo du aber tief in der drin schon denkst ja es könnte schon eigentlich eine echt coole Sache sein.

00:13:22: Wichtig ist an dieser Stelle, das möchte ich noch mal ganz deutlich betonen Veränderungsangst ist keine Schwäche.

00:13:28: Null Komma nulls ist auch keine Fallkeit sondern ja im Grunde die Antwort deines Gehirns dass sie schützen will vor etwas schlimmen aber mit Mechanismen die halt für eine andere Zeit gebaut wurden Für die Steinzeit und nicht für das digitale Leben in dem er hier und jetzt unterwegs sind.

00:13:48: Und falls du gerade vor so einer Entscheidung stehst Falls du gerade spürst, Mensch die Veränderung ist irgendwie zu greifen.

00:13:55: Na aber so richtig richtig richtig klapp's noch nicht!

00:13:57: Dann nutzt eine sind drei Hacks und vielleicht kommst du dann schon ganz alleine einen Schritt weiter.

00:14:03: Und das heißt nicht, melde dich gerne bei mir, denn können wir das auch gemeinsam in einem einzelnen Coaching angehen.

00:14:08: Also ich wünsch dir was bis bald, ciao ciao.

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