#73 Doomscrolling schmeckt gut, macht aber nicht satt
Shownotes
🎙️ #73 - Dein Gehirn isst mit – jeden Tag. Warum Doomscrolling & Co. sich anfühlen wie Fast Food, und was dein Kopf stattdessen wirklich braucht.
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00:00:01: Hey, herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Zehn Minuten für Beine Metall.
00:00:05: Gesundheit.
00:00:06: heute geht es um Junk Food besser gesagt um mentalen Junk food.
00:00:11: Also stell dir vor du würdest jeden Morgen in der Früh mit einer Tüte Chips beginnen dann mittags eine fette Fette Familienpizza somit richtig viel Käse und viel Öl und abends dann eine Cola und Schokolade.
00:00:27: Was würde dein Körper dazu sagen?
00:00:30: Also er würde wahrscheinlich nicht begeistert sein und er würde immer dicker, fetter und ungesunder werden.
00:00:35: Und er würde es wahrscheinlich in Lebenserwartung um viele viele Jahre verkürzen.
00:00:39: So jetzt hoffe ich einfach mal dass das was ich gerade hier erzählt habe nicht dein tägliches Speiseplan ist.
00:00:44: Ich gehe mal ein Stand davon aus ja Aber wir machen sowas trotzdem aber auf andere Art und Weise Nämlich dann wenn wir auf unser Handy schauen.
00:00:53: Viele von uns machen das noch bevor sie richtig wachsen.
00:00:56: Ja, dann geht's schon los.
00:00:57: Nachrichten, E-Mails, Social Media, Pushmitteilungen, kurze Videos Schlagzeilen.
00:01:02: Den ganzen Tag überfütterst du deinen Gehirn ohne dich zu fragen ob ihm das eigentlich gut tut?
00:01:11: Also was Du isst entscheidet wie sich Dein Körper fühlt und was Du konsumierst mit den Augen.
00:01:19: Entscheidet wie sich dein Kopf anfühlt!
00:01:22: Und heute geht es um Deinen mentalen Speiseplan.
00:01:26: Also dein Gehirn verarbeitet ja jeden Tag unzählige Informationen.
00:01:30: Manche können dich inspirieren, manche beruhigen dich, manchen bringen dich weiter Aber andere sind tatsächlich die Fastfood.
00:01:38: Sie schmecken kurz aber satt machen sie dich nicht.
00:01:42: Ich habe das noch nicht erst erlebt.
00:01:43: da war ich mal nach ganz ganz langer Zeit ausnahmsweise Mal wieder bei McDonalds und ich muss gestehen mir schmeckt das schon.
00:01:52: Ja ich liebe Burger, ich liebe auch gute Pommes Und trotzdem versuche ich mir natürlich so gut es geht gesund zu ernähren.
00:01:59: Ja, also viele Sachen die frisch vom Metzger sind viel Vegetarisches, viele Körner, viel Gemüseobst und soweit dann sofort.
00:02:07: aber manchmal war nicht mal fällig schwach.
00:02:09: und dann kommt so dieses ja kommt diese Lust auf fast food in mir auf weil ich also bei McDonalds habe ein Menü bestellt chicken nuggets mit Pommes süßauer Soße.
00:02:20: was hab ich noch gehabt?
00:02:21: Currysoße und Babichussauce Und hab das so in mich reingeschaufelt und war mehr somit auch gut satt.
00:02:29: Und hat auch gut geschmeckt, ja?
00:02:31: Dopamin hatte rausgeschossen... ...und schon nach so einer Stunde ungefähr saß ich dann im Coaching und habe gemerkt Boah mein Magen knurrt!
00:02:43: Das fühlt sich so anders als ob es nur noch ein Magen ist.
00:02:46: Dabei habe ich doch gerade erst neun Chicken Nuggets gegessen.
00:02:51: Aber die machen halt einfach nicht dauerhaft satt.
00:02:55: Das ist eine kurze Befriedigung, ein kurzer Spaß und dann ist es auch schöner vorbei.
00:03:00: Und genau der gleiche Effekt ist im Grunde auch wenn du Social Media konsumierst zum Beispiel Doomscrolling am Abend oder einen Empörungspost den du nicht mehr lostest oder ein Clickbait Titel auf dem du klickst obwohl du eigentlich weißt dass sich dahinter nur irgendeine Blöde Artikel versteckt die du eigentlich gar nicht lesen willst Pushnachrichten die dich aus jedem Gedanken rausreißen.
00:03:27: Das ist dein mentaler Jungfood!
00:03:29: Ein einfacher Beitrag ist oft gar nicht so sehr das Problem, zum Problem wird es wenn diese Mischung deinen ganzen Tag bestellt und man muss ganz ehrlicherweise dazu sagen dass ganze hat nichts mit Disziplin zu tun.
00:03:44: Dein Gehirn ist nämlich so gebaut dass er auf Bedrohungen besonders stark reagiert und der Solutions biologisch macht auch jede Menge Sinn.
00:03:53: Also wenn wir mal zurückgehen in die Steinzeit, dann war es ja für uns Steinzeitmenschen essentiell wichtig dass wir auf jede kleinste Bedrohung sofort reagiert haben.
00:04:03: Wenn's Uro gerastet hat im Unterholz zum Beispiel da wussten wir oh das könnte eine Schwange sein, die könnte uns gleich in den Fuß beißen.
00:04:09: oder wenn wir Uro in der Ferne das laute Brüllen eines Säbelzantigers gehört haben dann war klar hey wir müssen reagieren bald ist er da und dann wirds für uns echt kritisch.
00:04:19: Und es waren Reize, die wir anders verarbeitet haben.
00:04:23: Die für uns eine viel höhere Dringlichkeit hatten und deswegen viel stärker in uns gewirkt haben.
00:04:30: Viel stärker ist zum Beispiel das liebliche Vogelgezwitscher, was halt für uns eben keine Bedrohung dargestellt hat.
00:04:37: Also Psychologen nennen das einen sogenannten Negativity-Balls Eine schlechte Nachricht zieht dich stärker an als zehn Gute.
00:04:45: Crazy oder?
00:04:47: Das lässt sich sogar messen!
00:04:49: Politikwissenschaftler Stuart Soroka und sein Team haben einen großen Studie zugemacht.
00:04:56: Und zwar haben sie Menschen in sechszehn Ländern auf sechs verschiedenen Kontinenten Nachrichtenvideos anschauen lassen, und haben dabei Herzschlag- und Hautleidfähigkeit gemessen!
00:05:07: Das Ergebnis war, bei negativen Nachrichten reagiert der Körper im Schnitt deutlich deutlich stärker als bei positiven und zwar wirklich signifikant messbar über alle Länder und alle Kulturen hinweg.
00:05:18: Also dein Körper aktiviert sich tatsächlich stärker wenn du gerade eine Stelle der Nachricht hießt – das ist keine Einbildung!
00:05:26: Und dazu kommt noch ein zweiter Trick und zwar die variable Belohnung.
00:05:30: Also gerade wenn du so scrollst, ja am Handy auf Instagram oder LinkedIn, egal wo.
00:05:36: Du weißt nie ob der nächste Beitrag langweilig oder spannend wird und genau diese Unsicherheit hält dich an Bildschirm wie bei einem Spielautomaten in Las Vegas zum Beispiel.
00:05:46: also wenn du es wüsst ist dass das immer langweillig wird würdest du den Handy irgendwann weglegen.
00:05:49: aber irgendwo ist insgeheim so eine Hoffnung Boah!
00:05:52: Der nächste Beitrat könnte echt mega spannend werden.
00:05:55: beim nächsten mal könnt ich beim Slot Automaten gewinnen nur noch einen Beitrag, nur noch ein und immer so weiter.
00:06:05: Was sind die Folgen?
00:06:06: Erstens dein Nährungssystem bleibt im Alarm-Modus.
00:06:11: also wer ständig Krisen Konflikte und Empörung konsumiert der erlebt die Welt schneller als gefährlich auch wenn vielleicht Objektiv gerade gar nichts passiert.
00:06:22: aber du hast ständig diese Nachrichten in Hinterkopf von irgendwie machen dir was mit dir mit deinem Nährungssystem.
00:06:27: du bleibst im Alarmodus.
00:06:29: Zweitens kann es wichtig, deine Konzentration leidet.
00:06:33: Also jeder kriegt zum Handy reistig aus deinem Gedanke für's und ein Gehirn braucht danach da ganz viel Zeit um zurückzufinden.
00:06:41: also drei Sekunden Unterbrechung können dich mehrere Minuten Fokus kosten.
00:06:46: Und gerade wenn du den Job hast wo du dich sehr stark konzentrieren musst dann kannst du da deutlich schlechter performen.
00:06:52: Drittens Deine Stimmung verändert sich ohne dass du das vielleicht zunächst merkst.
00:06:58: Ja also was du täglich konsumierst prägt, wie du die Welt siehst.
00:07:02: Also wer überwiegend Negatives sieht, der entwickelt gleich das Gefühl, die Welt besteht ja nur aus Problemen und das macht dich vielleicht depressiver, hoffnungsloser Verzweifelter.
00:07:13: und nicht umsonst sind viele aus der Gen-Set und auch die Jüngeren heutzutage deutlich unmöglicher und teilweise auch ein bisschen pessimistischer hat ganz viel mit Zauberstellenmedia zu tun.
00:07:26: So gute Nachricht ist jetzt.
00:07:27: aber man kann was tun.
00:07:31: Wie bei der Ernährung auch reicht es aber nicht alles zu verbieten, sondern es geht darum bewusst auszuwählen.
00:07:38: Ich habe jetzt mal hier drei mentale Superfoods für deinen Alltag zusammengestellt und zwar – oder man kann doch sagen drei Hacks.
00:07:45: Also Hack Nummer eins wäre die bewusste Auswahl.
00:07:49: Wähle Informationen bewusster aus.
00:07:51: Frag dich viel, viel öfter.
00:07:54: muss ich das wirklich wissen!
00:07:56: Oder ist es nur einfach interessant?
00:07:57: oder bin ich gerade hier faul auf eine sofa und.
00:08:01: Hänge heiz ein bisschen ab?
00:08:02: muss ich wirklich nachrichten anschauen?
00:08:04: muss jetzt wirklich auf instagram?
00:08:06: muss ich jetzt wirklich dies um das und jenes machen bevor du was machst?
00:08:11: frag dich das und gibt dir selber eine ehrliche antwort.
00:08:15: oft passiert dann folgendes zu sagst Ne, das muss ja gerade echt nicht.
00:08:19: Nee es ist einfach nur weil wir lernen was nicht ist!
00:08:21: Okay dann rufe ich jetzt wäre schon mal an und das ist vielleicht viel viel besser als wenn die Rezime wieder die nächsten Horror Nachrichten reinziehen.
00:08:29: Hätte Nummer zwei Bevorzuge langform vor kurzform.
00:08:35: Was war ich damit?
00:08:37: Also ersetze ein Teil deiner Kurzforminhalte durch ausführlichere.
00:08:42: Ein gutes Buch zum Beispiel, ein längerer Podcast.
00:08:44: Ein tiefes Gespräch.
00:08:46: Warum?
00:08:47: Weil die den Gehirn auf eine ganz andere Weise fordern und dadurch auch nachhaltiges Denken fördern.
00:08:53: Diese Kurzforminhalte ist nur schnelles Dopamin so bisschen wie schneller Zucker also kein gutes Essen.
00:09:02: es ist was kurzzeitig sich befriedigt und langfristig die aber mental nicht gut tut.
00:09:10: Und Hack Nummer drei macht täglich mindestens eine Informationspause.
00:09:17: Also planet täglich eine Information Pause ein, ungefähr fünf bis dreißig Minuten ohne Handy, ohne Nachrichten, ohne Bildschirm und nix.
00:09:26: Das gibt deinem Gehirn die Möglichkeit Eindrücke zu verarbeiten denn genau wie deine Mahlzeit zum Verbauern braucht auch deinen Kopfmomente oder neuen Input.
00:09:37: Stell dir mal vor du würdest ganz viel essen!
00:09:39: Einen Schweinebraten, noch ein Schweine Braten, dann vielleicht noch einen Schnitzel und dann noch einen Eintopf.
00:09:44: Irgendwann kannst du nicht mehr über den Platz sein Bauch oder irgendwann wird dir Spei übeln.
00:09:49: Und genauso ist es mit dem Kopf auch nur dass uns da eben nicht übel wird.
00:09:53: Das heißt, da müssen wir besser selber darauf aufpassen!
00:09:56: Ich möchte dir gerne zum Abschluss heute noch ein kleines Experiment mitgeben.
00:10:02: Beobachte doch in den nächsten drei Tagen nicht nur was Du isst sondern auch was Du konsumierst Und trage mal so ein bisschen, welche Inhalte geben die Energie.
00:10:15: Welche Inhalter machen sich unruhig?
00:10:17: Welche lassen dich inspiriert zurück und welche eher erschöpft?
00:10:23: Also tatsächlich du musst weder auf Nachrichten noch aufs Hauschen wieder verzichten!
00:10:26: Nein also so dogmatisch möchte ich gar nicht sagen.
00:10:28: aber vielleicht lohnt es sich deinen mentalen Speiseplan genauso bewusst zusammenzustellen wie denen auf deinem Teller denn Dein Gehirn wird nicht nur von deinem Gedanken geprägt, es wird auch von dem geprägt was du jeden Tag zu dir nimmst.
00:10:46: Und in diesem Sinne wünsche ich dir guten mentalen Appetit!
00:10:50: Schön dass du heute dabei warst und ich freue mich für nur das nächste Mal wieder mit Rheinhörst bis dann tschau tschaa.
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