#82 Hör auf, dich nach dem Warum zu fragen

Shownotes

🎙️ #82 - Nachts hellwach, obwohl du todmüde bist? Die Wissenschaft hinter dem Gedankenkarussell im Bett – und fünf Wege, endlich abzuschalten.

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00:00:00: Ja, herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von zehn Minuten für deine mentale Gesundheit.

00:00:05: Das ist schon wieder Dienstag und somit ist es schon wieder Zeit für ein bisschen mentalen Input.

00:00:10: heute habe ich mir gedacht sprechen wir nochmal über das Thema warum es nicht sinnvoll ist immer nach dem Warum zu fragen.

00:00:18: also psychologisch gesehen ja das macht durchaus einen großen Impact oder kann einen großen Impakt in einem Alltag ausmachen.

00:00:25: darüber möchte ich mit dir heute sprechen.

00:00:28: Bevor wir da aber tiefer einsteigen habe ich noch einen kurzen.

00:00:30: der Block und zwar haben meine wunderbare Kollegin Petra und ich seit einiger Zeit einen neuen Podcast, der heißt die Chefsprechstunde ist also für Führungskräfte.

00:00:41: Und da beleuchten wir aus psychologischer Perspektive verschiedene wichtige Führungs Themen.

00:00:47: es ist weniger Ein Trainingsmanual wo es heißt mach erst abc.de oder so und so für euch ein Kritikgespräch.

00:00:54: nein das ist es nicht sondern es geht viel ums reflektieren, um drüber nachdenken weil ich davon überzeugt bin oder wir beide davon überzeugen dass dieses innerhalb dieses reflektieren ein ganz wichtiger Schritt ist, um einfach sich selbst und somit auch dann später seinen Mitarbeitenden besser zu verstehen.

00:01:12: Und dann eben im Endeffekt eine bessere Führungskraft zu sein.

00:01:15: also wenn du Führungskraft bist oder wenn du in HR arbeitest und du denkst Mensch meine Führungen sollte ein bisschen psychologischen Input kriegen Dann ist das genau der richtige Podcast.

00:01:26: gerne auf allen möglichen Podcast Kanälen nachschauen als er läuft auf Spotify auf Amazon auf Apple Podcasts, auf YouTube oder einfach hier unten unter der aktuellen Podcast Folge in den Show Notes schauen.

00:01:41: Da habe ich ihn auch noch mal verlinkt!

00:01:43: So viel dazu?

00:01:46: Zurück zum eigentlichen Thema.

00:01:48: Es gibt ja ein ganz ganz... Bekanntes Buch, vielleicht kennst du das auch.

00:01:53: Das heißt frag immer erst warum?

00:01:56: Es ist von Simon Sinek.

00:01:57: Das ist ein ganz bekannter Missenschaftsjournalist und der beschäftigt sich viel mit Führung.

00:02:01: Und er sagt eben frage mir erstmal warum.

00:02:03: Heute brauche ich mich aber genau das ganze andersrum machen und ich werde dir erklären warum Fragen gar nicht so clever sind.

00:02:11: Ich habe einen Klienten, der macht das regelmäßig und da macht es seit einiger Zeit sehr stark.

00:02:19: Er arbeitet bei einem großen deutschen Automobilhersteller und ist auf seinem Gebiet wirklich eine Kurifäh.

00:02:26: Er hat ganz viel tolle Technologie entwickelt, war sogar im Fernsehen mit seiner Technologie und seit einiger Zeit hockte er aber nur daheim und grüppelt und ist unglücklich und hat einen Tierenkloß entwickelt.

00:02:41: Und der Hintergrund ist, er wurde versetzt mehr oder weniger strafversetzt.

00:02:46: Er hatte sich aber überhaupt nichts zu schulden kommen lassen, sondern wurde einfach nur auf eine andere Stelle gesetzt.

00:02:51: Mit weniger Einfluss und weniger Möglichkeiten, mit weniger Gestaltungsspielraum... Und er war darüber nicht happy!

00:02:57: Aber okay, hat die Kröte geschluckt?

00:02:58: Er hat gesagt ok es sind schwere Zeiten gerade ich jähme diese neue Herausforderung an auch wenn sie vielleicht nicht mehr so viel prästisch und soviel Ja, so viel Spaß verbunden ist.

00:03:08: Und dann kam er aber hinzu dass er von seinem Chef immer wieder blöd angemacht wurde teilweise bloß gestellt wurde und auch dann vor einiger Zeit eine Abwarnung gekommen hat.

00:03:17: Seitdem läuft in seinen Kopf wirklich so eine einzige Frage an Endlos Steife nämlich warum ich was habe ich falsch gemacht?

00:03:25: Warum habe ich das nicht kommen sehen?

00:03:26: Warum ist mir das passiert?

00:03:27: Warum, warum, warum?

00:03:30: Und diese Situation erlebe ich in meiner Praxis tatsächlich immer wieder bei verschiedenen Leuten Und sie hat fast immer den selben, du isst denn der Ingenieur von dem ich gerade erzählt habe.

00:03:41: Der ist überzeugt, ich reflektiere grade.

00:03:43: Ich denke grad drüber nach und zwar sehr gründlich so wie das Ingenieure machen.

00:03:47: Sehr ehrlich!

00:03:49: Und dann wird sich dadurch auch meine Situation verbessern weil ich ja quasi auf Lösungen suche gehe.

00:03:56: Das Ding ist aber drei Wochen später grübelte er immer noch und weiß trotzdem nicht mehr als am Anfang.

00:04:03: Was dann aber passiert ist, eben er schläft schlechter.

00:04:06: Er fühlt sich kleiner, er fühlt mich mies, die Daunige drunter, der Tierentschluss wird stärker und so weiter... Und was da jetzt eigentlich passiert ist ist dass er sich durch dieses ständige Warum-Fragen eigentlich immer noch tiefer und tiefer in diese Träduldie, in diese schlechte Stimmung rein manövriert hat.

00:04:24: Es gibt dazu wie immer viele spannende Studien Und so haben zum Beispiel die kanadischen Psychologen Paul Trappnell und Jennifer Campbell, die haben uns an der Neun-Ninzig untersucht wie Menschen über sich selbst nachdenken.

00:04:38: Sie haben zwei Arten gefunden, zwei Formeln gefunden, die von außen erst mal völlig gleich ausschauen, die aber deutlich, deutlich sich unterscheiden.

00:04:47: Die Erste haben sie Reflexion genannt.

00:04:49: Da ist man neugierig, da ist man offen... Da will man die Situation verstehen!

00:04:55: Und die zweite Situation haben sie Rumination, Rumination genannt also auf Deutsch Grübeln.

00:05:02: Dieses Grübeln ist meistens von Bedrohung getrieben.

00:05:05: man dreht sich im Kreis beim Grübelen und dieses Grübel hängt ganz stark mit Ängstlichkeit um gedrückter Stimmung zusammen.

00:05:12: Also bei meinem Klienten, bei meinen Ingenieuren.

00:05:15: vorhin hatte natürlich eine riesengroße Angst dass er jetzt hier irgendwie bei seinen Job verliert Und das in diesen schwierigen wirtschaftlichen Zeiten.

00:05:22: aktuell hat ihnen mega mäßig Angst gemacht.

00:05:28: Es gibt Reflexion und es gibt Rumination.

00:05:31: In beiden Fällen sitzt du da und denkst über dich nach, nur eine Form von beiden bringt sich aber weiter.

00:05:38: Und wenn du jemand bist, der vielleicht auch noch viel leistet, ja so klassischer High-Performer dann ist die Falle groß dass du dich eher kritisch beäugst das du dir diese kritischen Barumfragen stellst.

00:05:50: Du bist darauf trainiert Probleme zu analysieren und das funktioniert eben.

00:05:54: bei technischen Problemen funktioniert das herausragend gut Aber bei Gefühlen leider nicht, da kippt es eher ins Gegenteil.

00:06:03: Denn die Farbenfrage verlangt ja nach einer eindeutigen Ursache.

00:06:09: also warum ist der Motor kaputt?

00:06:10: Logisch weil da irgendwie die Antriebswelle gebrochen ist zum Beispiel.

00:06:16: Ich bin kein KFZ-Mechaniker vielleicht habe ich gerade für den Quatsch erzählt aber du verstehst worauf dich hinaus möchte.

00:06:23: Bei Gefühle ist das aber anders.

00:06:26: Es gibt nicht die eine Antwort.

00:06:28: Also was passiert?

00:06:29: Dein Kopf bastelt sich eine Antwort.

00:06:32: Und die ist meistens nicht sehr freundlich, also warum passiert mir immer das?

00:06:36: Weil ich einfach nicht gut genug bin.

00:06:38: So, da kommt natürlich eine Antwort, die fühlt sich erst mal nicht wirklich gut an.

00:06:44: Es gibt noch eine weitere Studie und damit möchte ich es auch dann für heute gut sein lassen mit Studien aber die finde ich nochmal sehr, sehr interessant und die möchte ich dir nicht vorenthalten.

00:06:52: Eine weitere Studia von den beiden britischen Psychologen Ed Watkins und seiner Kollegin Michelle Molds aus dem Jahr zwei Jahrzehntausend fünf.

00:07:00: Und die haben Menschen mit Depression in zwei Gruppen aufgeteilt.

00:07:04: Alle sollten ein paar Minuten über sich und ihre Gefühle nachdenken, aber das war der große Crew auf unterschiedliche Art und Weise.

00:07:11: Die erste Gruppe sollte abstrakt nachdenkt.

00:07:13: also warum fühle ich mich so?

00:07:16: Warum ist das so?

00:07:18: was sagt das über mich aus?

00:07:21: Die zweite Gruppe sollte eher konkret nachdenken.

00:07:25: Also wie genau fühlt sich das gerade bei mir an?

00:07:28: Was passiert konkret in diesem Moment, bei mir, innen drinnen, in meinem inneren

00:07:34: Erleben?!

00:07:36: Und danach bekamen beide Gruppen dieselbe Aufgabe.

00:07:39: Wir sollten Probleme aus dem sozialen Alltag lösen und dann hat man geschaut wir haben beide Grupen performt!

00:07:44: Das Ergebnis war die konkrete Gruppe also die die sich die Frage stellt hat Wie genau fühlte ich es an?

00:07:50: Was passiert gerade in diesem Moment bei mir, die fand deutlich bessere Lösungen.

00:07:56: Also es waren quasi mehr oder weniger gleiche Menschen, gleiche Belastung aber ein anderer Denkmodus.

00:08:03: So jetzt sind wir durch die spannende Frage warum ist die Warum-Frage so problematisch?

00:08:09: Und dann gibt es drei gute Gründe dafür.

00:08:12: Erstens, die Warumfrage hat kein Ende!

00:08:14: Das ist ganz spannend.

00:08:15: also jede Antwort, die du dir gibst auf eine Warumfrage wirft ja sofort die nächste Frage auf.

00:08:19: Also warum habe ich das nicht kommen sehen?

00:08:22: Ja weil ich da halt nicht ausgepasst hab.

00:08:23: Ja warum habe Ich nicht aufgepasst?

00:08:24: Ja warum war ich ab?

00:08:26: Du siehst schon Es ist so ein Kreislauf.

00:08:29: Es gibt keinen Punkt an dem dein Kopf sagt fertig jetzt mache ich einen Punkt das mach ich einen Haken jetzt hör ich auf damit.

00:08:36: Zweitens die Warumfragen zielen auf dich ab Ja, nicht auf die Situation.

00:08:41: Also aus warum ist das?

00:08:43: passiert wird ganz schnell.

00:08:45: was stimmt eigentlich nicht mit mir?

00:08:48: Und da es wiederum hält natürlich sein inneres Alarmsystem aktiv und unter Bedrohung.

00:08:53: Denkst du schlechter enger hast weniger Fokus, weniger Spielraum.

00:08:58: Du bist nicht klar genug.

00:09:01: Und drittens was Konkrete denken?

00:09:03: also in der Gruppe die schneller und besser war?

00:09:06: Das konkrete denkt den gfg materiale.

00:09:08: also wenn du fragst was genau passiert ist, dann findest du stellen an denen sich vielleicht etwas ändern lässt.

00:09:14: Also dein kopf bekommt quasi eine Aufgabe die er lösen kann statt einem rätsel das er nie lösen wird.

00:09:21: warum bin ich so?

00:09:22: ja keine ahnung ist halt so punkt aus.

00:09:24: aber was kann nicht tun?

00:09:25: warum geht es?

00:09:27: Ich glaube du verstehst worauf ich hinaus möchte und jetzt möchtet ihr natürlich wie immer in diesen Podcast noch ein paar Hacks mit auf den Deck geben, damit du für dich nicht immer in diese Falle hineintappst.

00:09:41: Falls du vielleicht auch jemand bist der zu solchen Warum-Fragen neigt!

00:09:45: Es gibt drei Hacks die ich dazu empfehlen kann und der erste Hack ist im Grunde genau das, was wir gerade gesprochen haben.

00:09:51: Also, Hack Nummer eins Frage Dich Nicht Warum?

00:09:56: Frage DICH stattdessen Was?

00:09:59: Also ich werde mal ein bisschen konkreter.

00:10:02: Wenn du so mittendrin in einem starken Gefühl steckst, dann können dir drei Fragen, drei kurze Fragen echt weiterhelfen.

00:10:10: Frage Nummer eins – was fühle ich gerade?

00:10:12: Frage Nummer zwei – Was hat es ausgelöst?

00:10:15: und Frage Nummer drei – Was brauche ich jetzt?

00:10:18: Also um im Beispiel vom Ingenieur von vorhin zu bleiben, könnt ihr sich fragen, was fühlte ich gerade.

00:10:25: Ich habe gerade eine riesengroße Angst, meinen Job zu verlieren.

00:10:29: Zweitens – Was hatte das ausgelösst?

00:10:30: Ja, die Abmahnung von meinem Chef logisch.

00:10:32: Drittens was brauche ich jetzt?

00:10:34: Ich brauche jetzt Support!

00:10:35: Ich brauch jetzt vielleicht Perspektiven, vielleicht brauch' ich Gespräche mit dem Betriebsrat, vielleicht brauche auch meine Bewerbungsunterlagen auf Forderungen bringen und schon mal nach neuen Stellen schauen usw.

00:10:47: Und du merkst vielleicht schon einen Unterschied.

00:10:49: Auf jede dieser Fragen gibt es eine konkrete Antwort Was fühlte ich gerade?

00:10:54: Was hat das ausgelöst?

00:10:55: Was brauche?

00:10:56: gibt es oft keine zufriedenstellende konkrete Antwort.

00:11:04: So, dann haben wir Hack Nummer zwei.

00:11:08: das ist der sogenannte Vorwärtsschwenk also für die Momente in denen gar nichts mehr geht nach zum drei zum Beispiel im Auto unter der Dusche.

00:11:15: du bist völlig unter Strom.

00:11:16: ja du fragst dich warum?

00:11:17: Warum?

00:11:18: Warum immer ich?

00:11:18: Warum ist mir das passiert?

00:11:19: Das kann man wohl nicht warten.

00:11:21: Kurz vor der Panik hat er gehen.

00:11:23: Dann stellst du dir nur eine einzige Frage und zwar lautet die was ist der nächste kleine schritt.

00:11:31: Vielleicht ist es nur eine mail, vielleicht ist das ein gespräch?

00:11:34: Vielleicht ein termin den du einfach nur ausmachst.

00:11:36: und einfach nur dieses Ausmachen eines Termins führt schon dazu dass du dich ein bisschen beruhigst weil du weißt Du hast was getan.

00:11:42: Du hast das getan was in deiner macht stand.

00:11:45: Ja Und dann hack Nummer drei diffusion oder diffusion auf englisch.

00:11:51: Das kann man dann machen, wenn man merkt dass ein Gedanke so laut ist das gar keine andere frage immer durchkommt.

00:11:56: Dass ich gar nicht mehr diese frage wegdrücken kann weil dieses warum ist mir das passiert?

00:12:00: So stark und so laut in meinem kopf drin ist.

00:12:03: Und hier hilft eine technik aus der akzeptanz- und kompetenttherapie kurz act genannt entwickelt von steven hays und Der hat eine richtig coole technik nämlich er sagt setze vor den gedanken einen kleinen satz Nämlich den Satz.

00:12:17: Ich bemerke dass ich denke Also zum Beispiel aus, warum ist mir das passiert schon wieder?

00:12:23: Sagst du ich bemerke dass sich denke Dass ich mich frage warum wir das schon wieder passiert ist.

00:12:32: Das klingt banal ist es aber nicht.

00:12:34: also spüren wir den untersteht.

00:12:36: Warum ist mit der schmiede passiert im vergleich zu?

00:12:39: Ich bemerken dass ich denke dass ich mich fragte warum wir da schon wieder passiert ist.

00:12:44: das klingt anders.

00:12:46: Du hast mehr abstand.

00:12:49: Im ersten Satz bist du quasi der Gedanke.

00:12:52: An dem zweiten beobachtest du ihn von außen.

00:12:55: Du musst den nicht wiederlegen, du musst dich nicht bekämpfen.

00:12:57: er darf da sein.

00:12:58: Er verliert nur so ein bisschen seine Macht weil du ihn mit ein bisschen Distanz beobachtet.

00:13:04: So das waren die drei Hacks also praktisch nicht immer.

00:13:09: warum ja warum?

00:13:10: Fragen sind tatsächlich absolut kontraproduktiv und was das drei Hacks von mir genannt bekommen.

00:13:16: Und vielleicht ist ja einer davon dabei, den du für dich im Alltag irgendwann mal ausprobieren möchtest?

00:13:21: Ich wünsche dir dabei gutes Gelingen!

00:13:23: Und freue mich wenn du nächste Woche wieder einschaltest.

00:13:26: Also alles gut bis dahin tschau-tschau.

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